IM Zeichen der Rose

Alles, was im Zeichen der Rose gesagt wird, unter dem Siegel der Verschwiegenheit, Sub rosa dictum, verpflichtet zur absoluten Vertraulichkeit, muß geheim bleiben – ein Brauch schon aus der Antike. „was wir hier kosen, bleibt unter den Rosen“m dichtete Sebstian Brandt in seinem „Narrenschiff“. Und Goethe schließlich schrieb: Niemand beichtet gern in Prosa doch vertrauen wir oft „sub rosa“ in der Musen stiller Hain.

Verbindet man jeweils die Spitzen der übernächsten Kelchblätter einer Heckenrose miteinander, erhält man den Drudenfuß, das mystische Pentagramm, ein uraltes Zauberzeichen, das geheime Symbol, welches das Verständnis vom harmonischen Gefüge des Menschen und des Weltalls hütete. Deshalb wurde die Heckenrose, die so sorgsam ihr Knospen-Heiligtum vor der Außenwelt abschließt, zum Abbild des Geheimnisvollen und Verschwiegenen. Schließlich wurde diese Symbolik auf alle Rosen übertragen.

Daß die Rose seit uralten Zeiten als Symbol der Verschwiegenheit gilt, soll auf folgende Begebenheit zurückgehen: Um die Liebesaffäre seiner Mutter, der Liebegöttin Venus zu verbergen, sandte Cupido dem Harpokrates, dem Gott des Schweigens, Rosen und bat ihn um Wahrung des Geheimnisses. Die alten Ägypter weihten die Rose dem Gott „Harpokrates“.

Die Römer hängten bei Zusammenkünften eine Rose an die Decke und erinnerten damit die Anwesenden an die Pflicht der Verschwiegenheit.

Papst Hadrian ließ deshalb die Beichtstühle mit Rosenschnitzereien verzieren, die man an alten Beichtstühlen gelegentlich noch sieht.
Auch die Stuckrose über dem bürgerlichen Tisch hatte diese Bedeutung und ebenso fand man die Rose am Kopfende des Bettes bei einer Dienerin der käuflichen Liebe.

Auch hier galt die Verschwiegenheit: „Entre nous“

Der Redewendung liegt die Beobachtung zu Grunde, dass die ‚Königin der Blumen‘ nicht vergessen lassen darf, was schon im Sprichwort aufscheint: „Keine Rosen ohne Dornen“ (urspr. „No hay rosa sin espinas).
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Kimi
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